Individuelle Terminwünsche werden in der Praxis Dr. Kremer in Freiburg berücksichtigt

Parodontologie

Der Fachbereich der Parodontologie wird allgemein als Lehre des Zahnhalteapparats (Parodontium) bezeichnet und beinhaltet alle Gewebearten, die dazu dienen, die Zähne im Kieferknochen (Alveolarknochen) zu verankern. Hierzu zählt das Zahnfleisch (Gingiva), das knöcherne Zahnfach (Alveolen), das Wurzelzement auf der Wurzeloberfläche sowie die Wurzelhaut – deren Fasersystem dafür verantwortlich ist, den Zahn innerhalb der Alveolen zu fixieren. Zudem dient das eigentliche Zahnfleisch, das man als Patient im Mund sieht, als Schutz vor diversen Bakterien und Krankheitserregern.

Die häufigsten Erkrankungsformen innerhalb der Parodontologie sind die

1. Gingivitis [eine reine Entzündung des Zahnfleischs, welche reversibel ist und bei der es noch zu keinem Knochenverlust gekommen ist (vgl. den mittleren Zahn in der nachfolgenden Grafik)],

2. Parodontitis [Entzündung des Knochens, in dem der Zahn verankert ist (vgl. den rechten Zahn in der nachfolgenden Grafik)] und

3. Periimplantitits (Entzündung des Knochens um ein künstliches Zahnimplantat anstelle der natürlichen Zahnwurzel).

Alle drei Erkrankungen werden durch Bakterien ausgelöst, sofern diese in größerer Menge (Biofilm) für längere Zeit das Zahnfleisch reizen konnten. (Die Parodontitis wird umgangssprachlich fälschlicherweise oft auch als Parodontose bezeichnet.)

Generell wird bei der Parodontitis sowie der Periimplantitis (also dem Stadium, in dem sich bereits eine sogenannte „Zahnfleischtasche“ gebildet hat und in der Regel auch bereits Knochen verloren gegangen ist) unterschieden zwischen einer:

  • a. chronischen Form (langsam fortschreitender Prozess: häufig) und
  • b. aggressiven Form (rapide fortschreitender Prozess: eher selten).

 

Abb.1: Verlauf einer Parodontitis. [f]

 

Wir bieten Ihnen in meiner Zahnarztpraxis, die sich in der Altstadt (Fußgängerzone) von Freiburg befindet, alle notwendigen Behandlungen im Zusammenhang mit obigen drei Erkrankungsformen der Parodontologie an: angefangen von der sinnvollen Vorbeugung, über eine kompetente Behandlung bis hin zur effektiven (und dringend notwendigen!) Nachsorge.

Wie entsteht eine Parodontitis?

Jede Zahnbetterkrankung entsteht mit einer Gingivitis. Zahnfleischentzündungen mit starken Rötungen, Schwellungen, einer erhöhten Blutneigung und Mundgeruch sind die Folge. Wird dies nicht zeitnah von Ihrem Zahnarzt behandelt, schreitet die Krankheit voran, wodurch alle Teile des Zahnhalteapparats nach und nach zerstört werden: Beginnend mit dem Zahnfleischrückgang, einer Auflösung der Gewebefasern, bis hin zum Lockern der Zähne. In weit fortgeschrittenen Fällen kann eine Parodontitis auch zum endgültigen Zahnverlust führen!

Am parodontalen Abbauprozess sind spezifische Bakterien beteiligt, die als Entzündungsauslöser angesehen werden. Jedoch bestimmt vor allem die eigene Immunabwehr unseres Körpers den eigentlichen Krankheitsverlauf und ob eine Gewebezerstörung (z.B. Kollagen- und Knochenabbau) stattfindet oder nicht. Insbesondere körpereigene Enzyme – sog. Kollagenasen (z.B. Matrix-Metalloproteinase-8) – sind für den paropathogenen Abbau verantwortlich. Unbemerkt können sich aufgrund des Kieferknochenabbaus die zuvor bereits erwähnten Zahnfleischtaschen bilden, in denen die Bakterien auf der Wurzeloberfläche des betreffenden Zahns den sogenannten Biofilm bilden, jedoch in diesem Stadium der Erkrankung bereits nicht mehr durch die übliche Mundhygiene mit der Zahnbürste entfernt werden können.

Abb.2: Eine gute Mundhygiene ist das A und O, um einer Parodontitis vorzubeugen. [f]

 

Wenn keine kontinuierliche Mundhygiene betrieben wird, nimmt die Dichte innerhalb des sich absetzenden Zahnbelags (Plaque) stetig zu und die Bakterien setzen sich zunächst meist im Bereich der Zahnfleischpapillen (Zahnfleisch zwischen den Zähnen) ab und verursachen allmählich zunehmend tiefer werdende Zahnfleischtaschen, indem sich die Wurzelhaut (also der Faser-Apparat, an dem der Zahn im Knochen wie an kurzen Seilen hängt) zwischen dem Wurzelzement es Zahns und dem umgebenden Knochen auflöst. Mit zunehmender Dauer führen diese Zahnfleischtaschen dann in der Regel auch zu einem Knochenabbau.

Wir überprüfen in unserer Freiburger Zahnarztpraxis hierfür mittels des sog. PSI-Test (Parodontale Screening Index) sowie ggf. spezifischer Biomarker den genauen Stand der Entzündung, um so eine frühzeitige Erkennung sicher zu stellen und die Krankheit besser beurteilen zu können, als auch den Therapieverlauf hierauf bestmöglich abstimmen zu können.

Zusätzlich spielen spezifische Faktoren wie genetische Vererbungsmuster, vorhandene Systemerkrankungen (z.B. Leukämie, Rheuma) oder Stress eine große Rolle. Insbesondere jedoch Raucher erkranken statistisch gesehen sehr viel häufiger an einer Parodontitis und die Wahrscheinlichkeit, dass Therapiemaßnahmen schlechter wirken, sich Zähne daher allmählich lockern und das Zahnfleisch zurück bildet, ist bei starken Rauchern (>10 Zigaretten pro Tag) deutlich höher!

Wie wird eine Parodontitis behandelt?

Ich und meine Mitarbeiterinnen legen großen Wert darauf, Ihre Zähne nicht nur lebenslang zu erhalten, sondern wir möchten die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Ihre positiven Energien, Selbstbewusstsein und allgemeine Gesundheit Sie ein Leben lang begleiten!

Ziel ist es daher, eine auf Sie angepasste Therapie zu finden, welche mittels optimaler Instruktion und Anpassung Ihrer generellen Zahn- und Mundhygienemittel (z.B. Zahnbürste, Pasta, Seide usw.) eine vollständige Entfernung der weichen als auch harten Plaque-Rückstände (ober- und unterhalb des Zahnfleisches) sicherstellt. Meist reicht schon eine schonende Grundsäuberung der Zahnfleischtaschen aus, um die verantwortlichen Bakterien gründlich zu entfernen. In seltenen Fällen müssen jedoch in einem zweiten Therapieschritt mit Hilfe eines kleinen chirurgischen Eingriffes besonders hartnäckige Verunreinigungen und Krankheitserreger beseitigt werden. (Nur im Falle besonders aggressiver Bakterienarten empfehlen wir unseren Patienten die zusätzliche Einnahme von Antibiotika.)

Ein operativer, ggf. unter Mikroskop-Vergrößerung erfolgender Eingriff (z.B. das Lösen und Verlegen des Zahnfleisches), kann in Kombination mit regenerativen Maßnahmen oder plastischen Korrekturen (unter Verwendung feinster Nahtmaterialien), nachträglich dazu dienen, freiliegende „lange Zahnhälse“ abzudecken.

Selbstverständlich gehören in meiner Zahnarztpraxis ebenfalls eine professionelle Reinigung, Desinfektion der Zähne sowie eine anschließende Fluoridierung und Politur aller behandelten Oberflächen mit zu einer Parodontitisbehandlung.

Nach etwa 4 sowie erneut nach 6-8 Wochen, findet eine Zwischenkontrolle bei uns in der Praxis in der Freiburger Innenstadt statt, um den bisherigen Erfolg und Verlauf Ihrer Krankheit fachgerecht evaluieren zu können. Generell werden im ersten Folgejahr 3-4 Termine notwendig sein, um ein Wiederauftreten der Parodontitis zu verhindern. Denn das Ergebnis einer Parodontal-Behandlung ist – insbesondere auf lange Sicht – ebenso stark von Ihrer Mitarbeit abhängig: so, dass wir rechtzeitig unterstützend eingreifen sollten, sofern sich – meist an schwer zu putzenden Backenzähnen – die ehemalige Parodontal-Erkrankung erneut etablieren sollte!

 

Für weitere Fragen oder einen ersten Kontrolltermin können Sie sich gern bei uns melden. Wir freuen uns auf Sie!

Ihr Praxisteam Dr. Kremer